Der Ortstermin lief gut. Der Kunde hat genickt, man hat sich die Hand gegeben, und dann: nichts. Kein Anruf, keine Mail, kein Auftrag. Zwei Wochen später steht ein anderer Betrieb im Garten.
Meistens lag es nicht am Preis. Es lag daran, dass das Angebot erst nach fünf Tagen kam, dass der Kunde es nicht verstanden hat oder dass danach niemand mehr nachgefragt hat. Alle drei Punkte lassen sich ändern, ohne einen Euro billiger zu werden.
Am selben Tag verschicken
Wer zuerst ein klares Angebot schickt, hat den Auftrag oft schon halb. Der Kunde hat das Problem jetzt im Kopf: den Ast über der Garage, die Birke, die zu nah am Haus steht. Nach einer Woche ist das Thema wieder nach hinten gerutscht, oder ein anderer war schneller.
Das Angebot abends am Schreibtisch aus dem Gedächtnis zu schreiben ist der Grund, warum es liegen bleibt. Besser: die Angaben noch am Baum festhalten, solange man davorsteht. Baum, Maßnahme, Preis. Ob per Sprachnotiz, Foto mit Stichworten oder Formular auf dem Handy, ist zweitrangig. Hauptsache, am Abend muss niemand mehr überlegen, welche der drei Fichten gemeint war.
So schreiben, dass der Kunde es versteht
„Kronenpflege gem. ZTV-Baumpflege, 1 Stk." sagt einem Fachkollegen alles und einer Hausbesitzerin nichts. Sie weiß danach nicht, was mit ihrem Baum passiert, und kann das Angebot nicht mit dem des Mitbewerbers vergleichen. Also vergleicht sie nur die Summe unten rechts.
Pro Baum eine eigene Position, in zwei Sätzen:
- Welcher Baum: „Walnuss hinten links an der Grundstücksgrenze", nicht „Baum 3".
- Was gemacht wird: „Totholz entfernen, zwei Äste über dem Nachbardach einkürzen."
- Was der Kunde davon hat: „Das Dach ist wieder frei, die Krone behält ihre Form."
Der Fachbegriff darf gern dahinter in Klammern stehen. Ein Foto vom Baum neben der Position räumt die letzte Unklarheit aus.
Hinschreiben, was im Preis enthalten ist
Die häufigsten Streitpunkte nach dem Auftrag sind fast immer dieselben, und sie gehören vorher ins Angebot:
- Wird das Schnittgut abgefahren, gehäckselt oder bleibt es liegen?
- Bleibt Stammholz als Brennholz beim Kunden, und in welcher Länge?
- Ist die Stubbenfräsung dabei oder eine eigene Position?
- Wer kümmert sich um eine Halteverbotszone oder eine Genehmigung, falls eine nötig ist?
- Wie lange gilt das Angebot?
Jede dieser Fragen, die offen bleibt, ist entweder eine unbezahlte Stunde auf der Baustelle oder ein verärgerter Kunde. Ein fester Textblock, der in jedem Angebot steht und nur angepasst wird, kostet einmal zehn Minuten.
Einmal nachfragen, zu einem festen Zeitpunkt
Viele Betriebe fassen nie nach, weil es sich aufdringlich anfühlt. Für den Kunden ist es das Gegenteil: ein Zeichen, dass der Betrieb den Auftrag will und zuverlässig ist. Oft liegt das Angebot einfach ungelesen im Postfach.
Eine kurze Nachricht nach drei bis fünf Werktagen reicht: „Ist das Angebot angekommen, gibt es noch Fragen dazu?" Kein Rabatt, kein Druck. Wichtig ist nur, dass es jedes Mal passiert und nicht davon abhängt, ob gerade jemand daran denkt. Ein fester Wochentag fürs Nachfassen oder eine Erinnerung im Kalender genügt.
Und wenn die Antwort Nein lautet: nach dem Grund fragen. Drei Absagen mit derselben Begründung sagen mehr über die eigenen Angebote als jede Kalkulation.
Kurz gesagt
Schnell schicken, verständlich schreiben, den Leistungsumfang klar benennen, einmal nachfragen. Nichts davon hat mit dem Preis zu tun, und alles davon entscheidet, ob der Kunde zusagt.
Genau dafür ist tree·canopy gebaut: Baum, Maßnahme und Preis vor Ort einsprechen, und der Kunde bekommt ein Angebot, das er online annehmen kann. Die vier Gewohnheiten oben funktionieren aber auch mit Block und Stift.